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Fellpflege bei Hunden | Tipps für langes Fell

Fellpflege bei HundenRegelmäßige Fellpflege bei Hunden mit langem Fell ist weit mehr als eine Frage der Optik. Langes und dichtes Haarkleid kann leichter verknoten, Schmutz festhalten und an besonders beanspruchten Stellen verfilzen. Mit den richtigen Tipps lässt sich der Pflegeaufwand deutlich reduzieren: Entscheidend sind ein zum Felltyp passender Kamm, eine geeignete Bürste und eine Routine, bei der nicht nur das sichtbare Deckhaar, sondern auch tiefer liegende Fellschichten kontrolliert werden.

Wie oft die Pflege notwendig ist, lässt sich allerdings nicht pauschal allein an der Haarlänge festmachen. Langhaarige Hunderassen unterscheiden sich erheblich. Ein seidiges Fell ohne ausgeprägte Unterwolle benötigt eine andere Behandlung als langes Fell mit dichter Unterwolle. Während bei manchen Hunden tägliches Bürsten sinnvoll ist, reicht bei anderen eine gründliche Pflege mehrmals pro Woche. Wichtig ist, Knoten früh zu entdecken und die Fellpflege an Rasse, Fellstruktur, Jahreszeit und Aktivität des Hundes anzupassen.

Warum langes Fell besonders regelmäßig gepflegt werden sollte

Je länger und dichter das Fell ist, desto leichter können einzelne Haare ineinandergreifen und Knoten bilden. Reibung verstärkt diesen Effekt beispielsweise unter den Achseln, hinter den Ohren, am Bauch, an den Hinterbeinen und unter Halsband oder Geschirr. Hinzu kommen kleine Zweige, Kletten, Sand oder andere Fremdkörper, die sich bei Spaziergängen im langen Fell verfangen können.

Bürsten hilft gegen lose Haare und Verfilzungen

Regelmäßiges Bürsten und Kämmen entfernt abgestorbene Haare und erleichtert es, beginnende Knoten zu erkennen. Der Verband für das Deutsche Hundewesen weist darauf hin, dass regelmäßige Fellpflege insbesondere während des Fellwechsels hilft, abgestorbene Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Auch die Bundestierärztekammer empfiehlt, Pflegewerkzeuge gezielt auf die jeweilige Fellbeschaffenheit abzustimmen.

Bei Hunden mit langem Fell sollte die Kontrolle nicht an der Oberfläche enden. Besonders bei dichter Unterwolle kann das Deckhaar gepflegt aussehen, während sich darunter bereits Knoten gebildet haben. Deshalb ist es sinnvoll, das Fell abschnittsweise anzuheben und mit den Fingern sowie einem geeigneten Kamm bis in die unteren Fellschichten zu prüfen.

Fellpflege bei Hunden mit langem Fell Die Grafik zeigt vier wichtige Schritte bei der Pflege langhaariger Hunde: Fell kontrollieren, gründlich bürsten und kämmen, kritische Stellen auf Knoten prüfen und bei Bedarf baden und gründlich trocknen. Fellpflege bei langhaarigen Hunden Regelmäßige Kontrolle verhindert, dass kleine Knoten zu starkem Filz werden 1 Kontrollieren Fell teilen Haut ansehen Knoten ertasten 2 Bürsten Schichtweise sanft arbeiten lose Haare lösen 3 Problemstellen Ohren Achseln & Bauch Beine & Geschirr 4 Waschen nur bei Bedarf gut ausspülen gründlich trocknen Pflegehäufigkeit und Werkzeug immer an Fellstruktur und Hunderasse anpassen. Bei starken Verfilzungen oder Hautveränderungen professionelle Hilfe nutzen.

Die Fellpflege bietet gleichzeitig Gelegenheit, Haut und Haarkleid genauer anzusehen. Auffällige Rötungen, nässende Bereiche, Schuppen, Parasiten, ungewöhnlich starker Haarausfall oder dauerhafter Juckreiz sollten nicht einfach als Pflegeproblem behandelt werden. Bei solchen Veränderungen ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.

Welche Bürste eignet sich für Hunde mit langem Fell?

Die passende Ausrüstung hängt stärker von der Fellstruktur als von der reinen Haarlänge ab. Für langhaarige Hunde nennt die Bundestierärztekammer unter anderem Metallkämme mit abgerundeten Zinken sowie geeignete Borsten- oder Drahtbürsten. Hunde mit viel Unterwolle können zusätzlich spezielle Werkzeuge benötigen, mit denen abgestorbenes Unterhaar entfernt wird, ohne das gesunde Deckhaar unnötig zu beschädigen.

Tabelle: Pflegewerkzeuge für langes Hundefell

Pflegewerkzeug Geeignet für Aufgabe Worauf achten?
Metallkamm Langes, glattes oder leicht welliges Fell Knoten aufspüren und Fell bis in tiefere Schichten kontrollieren Abgerundete Zinken bevorzugen
Draht- oder Zupfbürste Viele Langhaar-Felltypen Lose Haare und kleinere Verwicklungen entfernen Nicht mit starkem Druck über die Haut ziehen
Borstenbürste Langes Deckhaar Oberfläche glätten sowie lose Haare und Schmutz entfernen Allein oft nicht ausreichend für dichte Unterwolle
Unterwollkamm oder -rechen Langhaar mit dichter Unterwolle Lose Unterwolle insbesondere im Fellwechsel entfernen Werkzeug muss zum konkreten Felltyp passen
Feiner Kamm Empfindliche und fein behaarte Bereiche Nachkontrolle und Entfernung kleiner Verwicklungen Besonders vorsichtig an Ohren und Gesicht arbeiten
Fellschere oder Schermaschine Nur wenn Felltyp und Pflegeziel dies erfordern Gezieltes Kürzen beziehungsweise rassespezifische Pflege Nicht jedes Langhaarfell sollte geschoren oder stark gekürzt werden

Hinweis: Die Tabelle dient der allgemeinen Orientierung. Welches Werkzeug geeignet ist, hängt von Deckhaar, Unterwolle, Felldichte und Rasse ab. Bei Unsicherheit kann eine Tierarztpraxis, ein erfahrener Züchter oder ein qualifizierter Hundefriseur die passende Technik am Hund zeigen.

Hunde mit langem Fell richtig bürsten und kämmen

Eine gute Fellpflege bei Hunden beginnt nicht mit kräftigem Bürsten, sondern mit systematischem Arbeiten. Besonders bei langem oder dichtem Fell ist es sinnvoll, kleine Bereiche nacheinander zu bearbeiten. So wird verhindert, dass lediglich die obere Haarschicht geglättet wird, während darunter Knoten bestehen bleiben.

Schicht für Schicht statt nur über das Deckhaar

Das Fell kann vorsichtig mit einer Hand geteilt beziehungsweise angehoben und anschließend abschnittsweise vom Haaransatz in Richtung der Spitzen bearbeitet werden. Dabei sollte niemals mit Gewalt an einem Knoten gezogen werden. Kleine Verwicklungen lassen sich häufig zunächst mit den Fingern lockern und danach vorsichtig auskämmen.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen Stellen, an denen Fell regelmäßig aneinander oder an Gegenständen reibt. Beim English Cocker Spaniel nennt der VDH beispielsweise Achselhöhlen, Behänge und längere Fellpartien als Bereiche, die leichter verfilzen. Auch bei anderen langhaarigen Hunderassen gehören hinter den Ohren, Brust, Bauch, Beine und der Bereich unter Halsband oder Geschirr zu den Stellen, die regelmäßig kontrolliert werden sollten.

Wie oft gebürstet werden sollte, hängt vom Hund ab. Der VDH empfiehlt beim langhaarigen Coton de Tuléar tägliches Bürsten, während für andere langhaarige Rassen ein geringerer Rhythmus ausreichen kann. Der langhaarige Berger des Pyrénées wird beispielsweise vom VDH mit einer deutlich weniger aufwendigen regelmäßigen Fellpflege beschrieben. Die Haarlänge allein erlaubt daher keine zuverlässige Aussage über den Pflegebedarf.

Verfilzungen bei langhaarigen Hunden vermeiden

Verfilzungen entstehen wesentlich leichter, als sie sich später entfernen lassen. Deshalb ist Vorbeugung der wichtigste Tipp für die Pflege von Hunden mit langem Fell. Ein kurzer Kontrollgang nach dem Spaziergang kann bereits ausreichen, um Kletten, Zweige und erste Verknotungen zu entfernen, bevor daraus feste Filzplatten werden.

Diese Stellen sollten besonders häufig kontrolliert werden

Praktische Tipps gegen Knoten und Verfilzungen

  • Fell hinter den Ohren regelmäßig mit den Fingern auf kleine Knoten prüfen.
  • Achseln und Innenseiten der Beine besonders aufmerksam kontrollieren.
  • Lange Behaarung an Bauch und Hinterbeinen nach Spaziergängen von Fremdkörpern befreien.
  • Bereiche unter Halsband und Geschirr auf Reibung und Verknotungen prüfen.
  • Bei Hunden mit Unterwolle während des Fellwechsels häufiger bürsten.
  • Kleine Knoten früh und vorsichtig lösen, statt bis zur starken Verfilzung zu warten.
  • Festsitzenden Filz bei Unsicherheit professionell entfernen lassen.

Starke Verfilzungen sollten nicht unüberlegt mit einer Schere direkt an der Haut herausgeschnitten werden. Die Haut kann durch den Filz hochgezogen werden und dadurch näher an der Schnittstelle liegen, als von außen erkennbar ist. Das erhöht das Verletzungsrisiko. Bei großflächigem, hautnahem oder sehr festem Filz ist professionelle Hilfe durch einen erfahrenen Groomer oder gegebenenfalls eine Tierarztpraxis die sicherere Lösung.

Auch sollte ein langhaariger Hund nicht grundsätzlich einfach kurz geschoren werden. Manche Hunderassen besitzen ein Haarkleid, dessen Struktur durch unsachgemäßes Scheren oder Kürzen verändert werden kann. Der VDH weist beispielsweise beim English Cocker Spaniel auf rassespezifisches Trimmen und beim Coton de Tuléar auf die Bedeutung des langen Haarkleids hin. Vor größeren Veränderungen sollte deshalb geklärt werden, welche Pflege zum konkreten Felltyp passt.

Baden und Trocknen gehören ebenfalls zur Fellpflege

Bürsten und Kämmen sind die wichtigsten regelmäßigen Pflegeschritte. Baden ist dagegen normalerweise nicht nach einem starren Wochenplan erforderlich. Wird ein Hund stark verschmutzt oder hat er sich in unangenehm riechenden Substanzen gewälzt, kann ein Bad notwendig sein. Für leichtere Verschmutzungen kann je nach Situation auch das Abspülen mit lauwarmem Wasser ausreichen.

Verfilzungen möglichst vor dem Waschen lösen

Vor einem Bad sollte langes Fell gründlich kontrolliert werden. Bereits vorhandene Knoten können durch Wasser und anschließendes Trocknen schwieriger zu bearbeiten sein. Deshalb sollten lösbare Verwicklungen möglichst vorher vorsichtig entfernt werden. Bei starken Verfilzungen ist eine professionelle Beurteilung sinnvoll.

Zum Waschen sollte ein für Hunde geeignetes Shampoo verwendet werden. Menschliche Shampoos sind nicht auf die Haut von Hunden abgestimmt. Bei Hauterkrankungen oder medizinischen Shampoos sollte die Anwendung mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden. Nach dem Einshampoonieren muss das Fell gründlich ausgespült werden, da verbleibende Rückstände die Haut reizen können.

Besonders langes und dichtes Fell sollte anschließend gut trocknen. Feuchtigkeit kann sich in unteren Fellschichten länger halten, obwohl die Oberfläche bereits trocken erscheint. Zunächst lässt sich möglichst viel Wasser vorsichtig mit Handtüchern aufnehmen. Wird ein Föhn eingesetzt, sollte er nicht zu heiß verwendet und ausreichend weit von Haut und Fell entfernt gehalten werden. Der Hund sollte schrittweise an Geräusch und Luftstrom gewöhnt werden.

Der Pflegebedarf unterscheidet sich zwischen Hunderassen

Langes Fell ist keine einheitliche Fellart. Ein Afghanischer Windhund mit langem seidigem Haarkleid stellt andere Anforderungen als ein Hund mit dichter Unterwolle oder eine langhaarige Rasse mit robusterer Fellstruktur. Deshalb sind pauschale Aussagen wie „Jeder Langhaarhund muss täglich gebürstet werden“ zu einfach.

Fellstruktur ist wichtiger als die reine Haarlänge

Bei manchen Hunderassen gehört tägliche Fellpflege tatsächlich zum normalen Programm. Der VDH empfiehlt beispielsweise beim Coton de Tuléar tägliches Bürsten, um Verfilzungen vorzubeugen. Auch andere langhaarige Rassen mit besonders pflegeintensivem oder seidigem Fell können einen sehr kurzen Pflegerhythmus benötigen.

Andere Langhaarhunde kommen mit weniger häufigem Bürsten aus. Entscheidend ist, wie schnell sich Knoten entwickeln, ob Unterwolle vorhanden ist, wie stark der Hund haart und wie häufig er sich in Wald, Wiesen oder dichtem Gelände bewegt. Während des saisonalen Fellwechsels kann der Aufwand zudem deutlich steigen.

Es hat sich deshalb in der Praxis bewährt, nicht allein einem festen Kalender zu folgen, sondern das Fell regelmäßig mit den Händen zu kontrollieren. Wenn der Kamm nicht mehr leicht durchkommt, sich kleine Knötchen bilden oder viel lose Unterwolle vorhanden ist, sollte das Pflegeintervall verkürzt werden.

Zur guten Fellpflege bei Hunden gehört schließlich auch, Grenzen der häuslichen Pflege zu erkennen. Ein professioneller Groomer kann insbesondere bei anspruchsvollen Felltypen, rassespezifischem Trimmen oder starken Verfilzungen sinnvoll sein. Tierärztlich abgeklärt werden sollten dagegen Hautentzündungen, auffälliger Juckreiz, kahle Stellen, ungewöhnlicher Geruch oder andere Veränderungen, die nicht durch normales Bürsten verschwinden.

Häufige Fragen zur Fellpflege bei Hunden mit langem Fell

Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Tipps zu Bürsten, Verfilzungen, Baden und Pflegeintervallen zusammen.

Wie oft sollte man Hunde mit langem Fell bürsten?

Das hängt von Rasse, Fellstruktur und Unterwolle ab. Manche langhaarigen Hunde benötigen tägliche Fellpflege, während bei anderen mehrmaliges Bürsten pro Woche oder ein noch größerer Abstand ausreichen kann. Während des Fellwechsels ist häufig zusätzliche Pflege notwendig.

Welche Bürste eignet sich für langhaarige Hunde?

Für langes Fell können unter anderem Metallkämme mit abgerundeten Zinken sowie geeignete Borsten- oder Drahtbürsten verwendet werden. Bei dichter Unterwolle kann zusätzlich ein passendes Unterwollwerkzeug sinnvoll sein. Entscheidend ist immer die konkrete Fellstruktur.

Was tun, wenn das Fell des Hundes stark verfilzt ist?

Kleine Verwicklungen können vorsichtig mit den Fingern und anschließend mit einem geeigneten Kamm gelöst werden. Bei starkem, hautnahem oder großflächigem Filz sollte die Entfernung einem erfahrenen Hundefriseur oder gegebenenfalls einer Tierarztpraxis überlassen werden, um Verletzungen zu vermeiden.

Wie oft sollte ein langhaariger Hund gebadet werden?

Ein gesunder Hund muss normalerweise nicht nach einem festen kurzen Rhythmus gebadet werden. Ein Bad ist insbesondere bei stärkerer Verschmutzung sinnvoll. Dabei sollte ein geeignetes Hundeshampoo verwendet und das Fell anschließend gründlich ausgespült und getrocknet werden.

Quellen

Die Hinweise zur Fellpflege wurden anhand tierärztlicher Empfehlungen sowie aktueller Informationen zur Pflege unterschiedlicher Hunderassen geprüft.

Stand der Informationen: August 2026